Ela Ela Schleswig: Erst Schluss, dann doch nicht
Die Schleswiger Diskothek bleibt geöffnet — bis mindestens 2027, aber mit verschobenem Schwerpunkt. Was das für die Szene im Norden bedeutet, und warum wir die Meldung spät nachreichen.
Im April haben wir gemeldet, dass das Ela Ela in Schleswig zum Jahresende schließt. Diese Meldung ist überholt: Der Club bleibt geöffnet. Wir tragen das hiermit nach — reichlich spät, denn die Wende steht seit Mitte Juli fest.
Was sich geändert hat
Betreiber Kaj-Uwe Dammann hat die angekündigte Schließung zurückgenommen. Das Ela Ela bleibt nach Angaben der Schleswiger Nachrichten bis mindestens 2027 in Betrieb, und zwar mit einem veränderten Konzept: Der Schwerpunkt verschiebt sich stärker in Richtung privater Feiern.
Das ist eine gute Nachricht. Es ist aber nicht dieselbe gute Nachricht, als die sie beim ersten Lesen erscheint.
Warum das mehr ist als eine Lokalmeldung
Schleswig-Holstein ist kein Ballungsraum. Wer hier auf Clubkultur angewiesen ist — und das gilt für die härteren elektronischen Nischen ganz besonders —, hat keine zehn Alternativen im Umkreis. Fällt ein Laden weg, fällt oft die Möglichkeit mit weg, überhaupt regelmäßig auszugehen, ohne hundert Kilometer zu fahren.
Seit Jahren läuft das im Norden nach demselben Muster ab: steigende Kosten, weniger Gäste, Verträge, die sich nicht mehr rechnen, am Ende eine leere Halle. Deshalb ist jede Schließung eine Nachricht — und jede abgewendete erst recht. Es passiert selten genug, dass eine Ankündigung in diese Richtung zurückgenommen wird.
Die unbequeme Seite
Ein Haus, das sich stärker auf private Feiern verlegt, ist gerettet. Aber es ist als Veranstaltungsort für die Szene nicht automatisch das, was es vorher war. Geburtstage und Firmenfeiern füllen den Kalender zuverlässiger als eine Clubnacht mit ungewissem Ausgang — das ist betriebswirtschaftlich vernünftig und für alle, die genau diese Clubnacht brauchen, trotzdem ein Verlust.
Wie viel öffentlicher Betrieb bleibt, steht damit noch nicht fest. Das entscheidet sich an den Wochenenden, nicht in einer Meldung.
Und hier kommt die Szene selbst ins Spiel. Clubs schließen nicht, weil niemand sie mag. Sie schließen, weil zu wenige Leute regelmäßig hingehen und dort Geld lassen. Wer möchte, dass ein Laden vor der Haustür existiert, muss ihn benutzen. Alles andere ist Nostalgie auf Vorrat.
In eigener Sache
Zwischen unserer Schließungsmeldung im April und diesem Nachtrag liegen fünf Monate. Das ist zu lang. Eine Meldung, die sich als überholt herausstellt, gehört korrigiert, sobald es jemand weiß — nicht, wenn es gerade passt.
Wir führen deshalb ab sofort nach: Wenn sich eine Nachricht hier ändert, bekommt sie einen Nachtrag mit Datum, statt still im Archiv stehen zu bleiben.
Was offen bleibt
Wie viele öffentliche Veranstaltungen künftig stattfinden und wie sich der Kalender konkret verändert, ist nicht bekannt. Wir ergänzen es, sobald es bestätigt ist.